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Traumatisierung heißt, dass wir etwas erlebt haben, das uns hilflos und ohnmächtig gemacht hat. Etwas, das nicht so einfach zu verarbeiten war. Ein Teil von uns, nicht immer nach außen sichtbar, ist längst noch nicht hier. Ist auf der Strecke geblieben, braucht noch viel Zeit. 

Wie wir damit im Alltag umgehen sollen, lesen Sie unten. 

Traumapädagogik

Das Leben ist wie ein Schiff auf dem Meer. 
Manchmal ist das Wetter sonnig und die Sicht ist gut, die Wellen sind flach und es ist entspannt und einfach zu steuern. 
Es gibt jedoch nicht nur gutes Wetter, sondern auch Stürme und Dunkelheit. 
Dann schlagen die Wogen hoch, das Wasser schwappt über die Reling. Regen und Hagel prasseln auf das Deck

und der Wind drückt das Boot auf die Seite.

Nie wird jemand über lange Zeit garantieren können wie das Wetter wird. Die einzige wahre Aussage, die wir machen können ist: Nichts bleibt wie es ist und das Wetter wird sich immer wieder ändern. 
Sonne, Regen, Sturm und Wind sind einem ständigen Wechsel unterworfen. 

 

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Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/BAG-TP)

Mit der Einführung der Zusatzqualifikation "Traumapädagogik und Traumazentrierte Fachberatung (DeGPT/BAG-TP)" wurden im Jahr 2010 Qualitätsstandards in der psychosozialen Versorgung traumatisierter Menschen etabliert. 

Auch in unserer Praxis treffen wir immer häufiger auf Patienten mit traumatischen Erfahrungen und Trauma-folgestörungen. TraumapädagogInnen und traumazentrierte FachberaterInnen sind darin qualifiziert Hilfestellung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der Bewältigung der Auswirkungen von Traumatisierungen geben zu können.

Alle weiteren Mitarbeiter dieser Praxis wurden intern in diesem Bereich fortgebildet.

Als Trauma bezeichnet man die Erlebnisse, die emotional schmerzhaft, belastend und schockierend sind und häufig anhaltende seelische und körperliche Auswirkungen zur Folge haben.

 

Die Ursachen hierzu können vielfältig sein. Nicht zwanghaft muss es sich um Missbrauch, schwere Katastrophen oder das Erleben von Gewalt handeln.  Auch die Trennung vom Partner, Todesfälle, Unfälle oder Operationen, sowie Stress am Arbeitsplatz können zu einem Psychotrauma führen. Jeder Entstehung eines Traumas liegt zugrunde, dass der Mensch sich in einer sogenannten Notfallsituation befand, die einen großen Stress mit Adrenalinausschüttung ausgelöst hat.

In diesem Stress-Moment funktioniert unserer Körper immer noch so wie in der Steinzeit und macht sich darauf gefasst, nun schnell zu fliehen,  zu kämpfen oder sich tot zu stellen.  Das logische Denkvermögen ist in dieser Notfallsituation komplett ausgeschaltet.  Die Verbindungen zwischen den einzelnen Hirnarealen, die für die Verarbeitung der Erlebnissen zuständig sind, werden gekappt. Daher ist die Erinnerung an die stressauslösende Situationen oft nur noch unvollständig und bruchstückhaft vorhanden. Der Körper speichert jedoch während dieser Notfallreaktion bestimmte Bilder, Geräusche, Gerüche und Bewegungen ab, die später dazu führen, dass der Körper sich erneut in einen Notfall- bzw. Überlebensmodus hineinversetzt, auch wenn dies gar nicht angemessen ist.  Es kommt zur Ausbildung belastender Symptome wie Angst, Aggression, Aussetzer und weggetreten sein. Weitere mögliche Symptome sind Schmerzen und Gedächtnislücken, Abgrenzungsprobleme, Spannungs- und Druckzustände, aber auch Konzentrationsprobleme und Traurigkeit.

Oft kommt es zu tiefgreifenden Missverständnissen und Verwechselungen sowie Brüchen in Beziehungen

und dem Verlust des Vertrauens. 

Hier ist professionelle therapeutische Unterstützung gefragt. 
Das oberste Ziel in der Behandlung hier ist die psychische Stabilisierung. 


In der Therapie lernen die Patienten wieder ein Gefühl von Sicherheit wahrnehmen zu können. Hierzu ist es zum Beispiel sehr wichtig, genau zu besprechen und zu erklären, was für Reaktionen im Körper passieren und wie auf diese Einfluss genommen werden kann. Wir arbeiten mit eskalierenden Techniken und Dissoziationsstops, die helfen, das Geschehene in der Vergangenheit einzuordnen und sich in der Zeit orientieren zu können, sowie eine gesunde Distanz zu den erlebten Geschehnissen aufzubauen.  Oft geht es um die Reduktion und Bewältigung von Ängsten und dem Erlernen von Selbstfürsorge. Jede Traumatherapie und jede einzelne Therapiesitzung ist völlig individuell und orientiert sich an den Bedürfnissen unseres Klienten. 

Wie sind ihre Ziele und Wünsche? Gerne entwickeln wir mit Ihnen Ihren individuellen Behandlungsplan! 

Lesen Sie zu diesem Thema unseren Artikel im Wittener Imagemagazin von Februar 2015.

Motorboot

"Nur der Erschaffer seiner eigenen Wirklichkeit ist wirklich frei."

Paul Watzlawik