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  • silke05

Alice gibt Frauen ihre Stimme wieder

Therapiehund und Hundeführerin Silke Beyer helfen Menschen, ihr Trauma zu überwinden



Traumapatientin Lena soll mit der Hilfe von Therapiehund Alice ihr Selbstvertrauen zurückerlangen


Lenas Lieblingstier ist eine Hündin namens Alice. Weil sie schönes, wei­ches Fell hat, gerne kuschelt und im­mer fröhlich ist; weil sie sie zum La­chen bringt, auch an Tagen, an denen es ihr schlecht geht. Wie neu­lich, als sie sich im Schlamm ge­wälzt hat und aus dem Golden Ret­riever ein „Black Retriever" wurde. Lena liebt Alice, weil sie sie ablenkt, wenn die Erinnerungen zu schmerzhaft werden.

Und weil sie ihr hilft, ihr Trauma zu überwinden. Alice ist ein Thera­piebegleithund und für die Arbeit mit Traumapatienten ausgebildet. Ihre Besitzerin ist die Wittener Er­gotherapeutin Silke Beyer. Wir durf­ten das Team bei einer Therapie­stunde begleiten.





Ergotherapeu­tin und Trau­mafachpädago­gin Silke Beyer (l.) bietet in ihrer Praxis in Witten auch tiergestützte Therapie an.





„Das ist mein schönster Termin der Woche", erzählt Lena beim Spa­ziergang im Wald, der für sie alles andere als selbstverständlich ist. Le­na heißt eigentlich anders, sie möchte nicht erkannt werden und auch nicht gern über ihre Vergan­genheit sprechen. Die 40-Jährige hat schon öfter Ergotherapie aus­probiert: Malen, Basteln, aber nie spezialisiert auf Traumata. Die Zeit mit Alice ist für sie etwas Besonde­res. ,,Wenn sie dabei ist, fühlt es sich ganz anders an, über schwere Erleb­nisse zu sprechen." Als ob die Hün­din mit dem blonden Fell ihr einen Teil der Last abnehme, wenn sie neben ihr liegt und sich von ihr strei­cheln lässt.



Ich arbeite viel mit Frauen, die Misshandlung erlebt haben


„Ich arbeite viel mit Frauen, die Misshandlung erlebt haben", er­zählt Hundeführerin Silke Beyer. Manchen Patientinnen falle es schwer, Grenzen zu setzen, Nein zu sagen, überhaupt die Stimme zu er­heben. ,,Alice hilft ihnen, ihre Stim­me wiederzufinden." Viele bauten aus Selbstschutz Mauem um sich herum auf; in Gegenwart des Hun­des können sie sich ihren Gefühlen stellen.

Aber ein Hund braucht auch Füh­rung, erklärt die Traumapädagogin ihren Ansatz. ,,Indem die Patienten Alice anleiten, lernen sie, dass sie et­was bewirken können. Dass das, was sie sagen, gehört und respek­tiert wird." Die Patienten geben dem Hund Sicherheit und dadurch auch sich selbst. Im Grunde gehe es um Selbstfürsorge. ,,Das, was die Pa­tienten hier in einem geschützten Raum spielerisch lernen, schaffen sie irgendwann auch im Alltag."



Den ganzen Artikel aus der WAZ vom1.Februar 2023 können Sie hier als PDF downloaden >

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